Bereit zum Aufbruch in die "Energiezukunft"

 

Ein Jahr ist es nun her, dass die Baustelle für den Naturstromspeicher in Gaildorf mit dem ersten Spatenstich offiziell in Betrieb genommen wurde. Seit der Grundsteinlegung im April 2016 sind rund 35 Facharbeiter der Firmengruppe Max Bögl vor Ort im Einsatz, um dieses Pilotprojekt als einen wichtigen Bestandteil der Energiewende zu realisieren.

 

An drei der vier Windenergieanlagen (WEA) lassen sich die Umrisse der Passiv- und Aktivbecken bereits gut erkennen. An der Baustelle der WEA 3 ist das Passivbecken mit 63 Metern Durchmesser fertiggestellt, das Aktivbecken wird dort gerade errichtet. Das, was einst in kleiner Runde entworfen wurde und bisher nur durch Fotomontagen vorstellbar war, wird nun zu beeindruckender Realität. Läuft weiterhin alles nach Plan, gehen Ende 2017 in den Limpurger Bergen mit einer Gesamthöhe von bis zu 250 Metern die höchsten Windenergieanlagen der Welt in Betrieb. Dadurch ist die Windausbeute um ganze 20 Prozent höher als bei anderen Anlagen. Die Aktiv- und Passivbecken dienen dann der Speicherung der Windenergie und sind durch eine Druckrohrleitung mit dem talseitigen Wasserreservoir des Unterbeckens samt dazwischenliegendem Pumpspeicherkraftwerk verbunden. Das Gewässer soll außerdem als Wärmeenergie-Quelle genutzt werden und – ganz nebenbei – der Naherholung dienen.

 

 

Internationales Interesse am Pilotprojekt

Mit Voranschreiten der Bauarbeiten wächst auch das öffentliche Interesse am Naturstromspeicher: Im Mai und im November vergangenen Jahres durften sich interessierte Besucher bei Baustellenführungen einen eigenen Eindruck vom aktuellen Stand verschaffen. Auf der Weltleitmesse für Windenergie, der WindEnergy Hamburg, wurde das Konzept einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Dort wurde auch der Vertrag mit GE Wind zur Lieferung von vier Windenergieanlagen vom Typ 3,4 MW mit einem Rotordurchmesser von 137 Metern unterzeichnet. Und auch die internationale Presse hat – im wahrsten Sinne des Wortes – Wind von diesem Hightech-Projekt bekommen. So berichteten sowohl türkische als auch US-amerikanische Fachmedien bereits über den Naturstromspeicher.

 

Das Interesse kommt nicht von ungefähr: Die Besonderheit an diesem Projekt ist nämlich nicht nur die einzigartige Kombination aus modernem Pumpspeicherkraftwerk mit einem leistungsstarken Windpark, sondern auch die Verbindung nahezu aller Gewerke der Firmengruppe. So ist der Naturstromspeicher ein reines Max Bögl-Projekt, an dem vom Erdbau, Spezialtiefbau und Ingenieurbau über die Fertigteilmontage und den Turmbau bis hin zur eigenen Maschinentechnik viele Unternehmensbereiche und Fachabteilungen mitarbeiten oder beteiligt sind. Dieses Miteinander minimiert Abstimmung und Koordinierung, sorgt für jede Menge Effizienz und eine enorme Wertschöpfungstiefe – und schweißt natürlich das gesamte Baustellenteam zusammen. Die gemeinsame Euphorie für das einzigartige Projekt treibt die Mannschaft um Alexander Schechner, Ideengeber und Teilhaber der Naturspeicher GmbH, und Projektleiter Johannes Kaltner von Max Bögl an. Das positive Echo auf das innovative Vorhaben gibt einen zusätzlichen Schub.

 

 

Standardisierung für zukünftige Projekte

Bei dem Naturstromspeicher in Gaildorf soll es selbstverständlich nicht bleiben: All das Wissen, das aus diesem Pilotprojekt gewonnen wird, wird für die zukünftige Standardisierung der Anlage genutzt, um sie dann gut vermarkten zu können. Die Planungskosten, die bei einem solch einzigartigen Projekt natürlich noch sehr hoch sind, gehen dann praktisch gegen Null. 20 Ingenieure sind derzeit am Standort Ulm mit der Entwicklung technischer Innovationen beschäftigt, die für eine künftige Standardisierung Voraussetzung sind. Auch wenn es bis zur Inbetriebnahme der gesamten Anlage noch ein knappes Jahr dauert – man spürt schon jetzt den Wind des Aufbruchs in die "Energiezukunft", die in Gaildorf ihren Anfang nimmt.