U-Bahn-Linie 4 geht in die Verlängerung

 

Der Ausbau der U-Bahn-Linie 4 über ihren heutigen Endhaltepunkt HafenCity Universität hinaus in östlicher Richtung soll das künftige Quartier Elbbrücken in der östlichen HafenCity besser an das Hamburger Nahverkehrsnetz anbinden. Dazu wird im Anschluss an die derzeit im Bau befindliche Kehr- und Abstellanlage der neue Abschnitt der U4 in einem Tunnel errichtet. Danach taucht die U-Bahn-Linie aus dem Untergrund auf und führt über einen Trog oberirdisch zur neuen Haltestelle Elbbrücken.

 

Wichtige Meilensteine im Streckenbau: Anfang März 2016 wurden im Zuge der neuen Haltestelle Elbbrücken die Stahlbrücken für die Gleise und die Aussichtsplattform Richtung Elbe eingehoben. Im August 2016 war der Rohbau bereits bei ca. 350 von 710 m geplanter Tunnellänge, also ungefähr der Hälfte, abgeschlossen. Alle drei Bauwerke (Tunnel, Trog und Haltestelle) erstrecken sich über eine Gesamtlänge von rund 1,3 Kilometern. Die Herausforderung für die Fachkräfte der Firmengruppe Max Bögl, verantwortlich für die Rohbau- und Spezialtiefbauarbeiten, liegt im Hinblick auf die Logistik des Bauablaufes im räumlich beengten Bauareal. Das gerade einmal 15 Meter breite Baufeld ist nördlich durch eine bestehende Fernzugtrasse der Deutschen Bahn und im Süden durch Erschließungsmaßnahmen der HafenCity Hamburg begrenzt.

 

 

Tunnel – Bauen unter dem Grundwasserspiegel

Das in sieben Docks unterteilte Tunnelbauwerk nahe dem Elbufer wird auf einer Länge von 710 Metern im Schutz eines Schlitzwandverbaus in offener Bauweise erstellt. Unterhalb des Tunnels wurde die Baugrube mit einer 1,50 Meter starken Unterwassersohle abgedichtet. Diese wurde mit rund 1.000 Mikropfählen im Boden rückverankert und – mit Erstellung des ersten Sohlensegments im Februar 2016 – von Tauchern Dock für Dock betoniert. Schlitzwandverbau und Schlitzwandgründungselemente wurden im Oktober 2015 fertiggestellt. Für die monolithische Betonage der Tunnelelemente, bestehend aus Wänden und Decke, kommt ein spezieller Schalwagen zum Einsatz. Die Fertigstellung eines Tunnelelements erfolgt im Wochentakt. Parallel dazu werden in Teilen der Baudocks einzelne Wand- und Deckenelemente auch separat mithilfe einer einseitigen Wandschalung und eines Deckentisches gefertigt. Bis Ende August konnten 49 von 71 Sohlenelementen sowie 40 von 71 Tunnelelementen fertiggestellt werden.

 

 

Trog – ein kurzer oberirdischer Abschnitt

Das sich anschließende Trogbauwerk untergliedert sich in sechs Blöcke mit jeweils 40 Metern Länge. Es wird überwiegend in einer mit rückverankerten Spundwänden gesicherten, trockenen Baugrube hergestellt. Die einzelnen Blöcke gründen auf insgesamt 24 quer verlaufenden Schlitzwandscheiben in 19 Metern Absetztiefe. Parallel zu den Tunnelarbeiten finden hier derzeit in den Blöcken 1 und 2 noch Erd- und Taucherarbeiten statt, während im Block 3 mit den Rohbauarbeiten begonnen wurde. In den Blöcken 5 und 6 wird der Bereich zwischen den Trogwänden mit Füllbeton aufgefüllt, im Block 6 darüber hinaus ein Notbahnsteig errichtet. Die Bauzeit für Tunnel und Trog beträgt rund 40 Monate und endet im Juli 2017. Bis zur Fertigstellung werden knapp 120.000 Kubikmeter Beton und 12.600 Tonnen Betonstahl eingebaut sein. An Erdbewegungen sind in dieser Zeit in etwa 200.000 Kubikmeter zu bewältigen.

 

 

Haltestelle Elbbrücken

Die vom renommierten Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner entworfene Haltestelle schließt im Süden an den Trog an und ist zeitgleich bis Ende September 2016 fertigzustellen. Zu realisieren sind bis dahin zwei technisch anspruchsvolle Stahlbaubrücken mit einer Gesamtlänge von je 40 Metern. Die stählernen Brückenüberbauten werden im eigenen Stahlbau vorgefertigt und mit Binnenschiffen antransportiert. Das Baufeld beschränkt sich auch hier nur auf die zu bebauende Fläche und ist ebenso anspruchsvoll wie die aufwendigen Gründungsmaßnahmen. 600 Meter Großbohrpfähle (D = 1.500 mm) mit Fußaufweitung und bis zu 22,5 Grad Neigung sind einzubringen. Hinzu kommen 2.240 Meter Ortbetonrammpfähle (D = 600 mm) und 3.900 Meter Vollverdrängungsbohrpfähle (D = 600 mm). Rund 13.000 Kubikmeter Beton werden verbaut. An der Nordseite des Trogbauwerks werden zwei Untergeschosse für Technik und Ausrüstung integriert, die ihrerseits auf einer 1,20 Meter dicken Pfahlkopfplatte gründen.