Ohne Ingenieure und Techniker stehen Windräder still

 

Unser Hybridturm System Max Bögl besteht nicht nur aus Beton und Stahl, sondern ist weit mehr als die Summe seiner Einzelteile – er ist genau genommen ein elektrisches Kraftwerk. Um dieses komplexe Aufgabenfeld sicher zu beherrschen, wurde 2012 unter der Leitung von Josef Bayer der Bereich Elektrotechnik Wind gegründet. Vier Jahre später umfasst das Team aus erfahrenen Ingenieuren und Technikern heute rund 15 Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben zählen Planung und Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Betriebsführung, Sonderprojekte und Projektentwicklung. Hier stellen wir Ihnen die Experten der einzelnen Fachbereiche vor.

 

Planung und Arbeitsvorbereitung – Einfache Lösungen für komplexe Vorgaben

Aus komplexen Vorgaben einfache und effiziente Lösungen zu entwickeln, ist für Steffen Schrödel, Matthias Falke, Markus Kastner und Rainer Pfaller die große Herausforderung. Von den Wünschen und Vorgaben des Kunden bis zu den Arbeitsvorbereitungsdokumenten für die werkseigene Fertigung erstellen sie eine Planung aus einem Guss in 3D. Ein Kabelbinder ist nicht gleich ein Kabelbinder: Datenblätter, Zertifikate, Freigaben und Spezifikationsunterlagen – das alles muss passen, um auch nur den richtigen Kabelbinder einzuplanen. Dazu darf dieser natürlich nur mit einer geprüften und freigegebenen Kabelbinderzange angezogen werden. Solche und 1.000 andere Details sind bei der Planung der elektrischen Ausstattung für einen Hersteller zu berücksichtigen. Ein weiteres Beispiel dafür ist das eigens entwickelte Kabelbefestigungs-System MB 2.0. Neben den klassischen Punkten wie Statik, Stabilität und Haltbarkeit mussten wichtige Parameter wie Reibekoeffizient, thermische Ausdehnung, Biegeradius, Kurzschlussverhalten, Brandverhalten, Druckpunktbelastung und vieles mehr berücksichtigt werden. Aufgrund der umfassenden Vorbereitung konnten wir den Kunden Siemens auf Anhieb vom eigenen System überzeugen. Bei der Planung müssen die Mitarbeiter die eigene Fertigung und Montage auf der Baustelle immer im Blick haben. Die Optimierung der Arbeitsabläufe und die Sicherheit stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu erstellen sie detaillierte Arbeitsvorbereitungsdokumente bis hin zu dreidimensionalen Abbildungen.

 

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Fertigung – 100 Prozent Fehlerfreiheit garantiert

Arbeitsabläufe richtig organisieren und strukturieren, ist für Valentino Ciray, Thomas Schubert, Albert Pamler und Andreas Staudigl der Schlüssel für ein kostengünstiges und erfolgreiches Produkt in einer Serienfertigung. Durch optimale Arbeitsbedingungen in der Halle 17 und eine bestmögliche Arbeitsvorbereitung konnte die eigene Effektivität in den letzten eineinhalb Jahren nahezu verdoppelt werden. Damit keine Fehler gemacht und keine defekten Bauteile auf die Baustelle geliefert werden, dafür sorgt das Team dank eines eigens entwickelten, computergestützten Endkontroll-Prozesses, bei dem alle vorkonfektionierten Baugruppen nach ihrer Fertigung genauestens geprüft werden. Im Jahr werden auf diese Weise rund 400.000 Meter Kabel, 3.200 Leuchten, 240.000 Kabelbinder, 4.800 Stecker und vieles mehr fehlerfrei verarbeitet.

 

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Sonderprojekte – Immer das Optimum als Ziel

Neue Wege beschreiten, neue Lösungen erarbeiten: Im Zuge der Modernisierung des Werksnetzes ist es die Aufgabe von Michael Biller, alle Bereiche des eigenen Mittelspannungs-Werksnetzes zu erfassen und zu visualisieren. 30.000 Meter Mittelspannungskabel, 24 Mittelspannungsstationen, über 100 Mittelspannungsfelder, 30 MS-Schutzeinrichtungen und Tausende von Signalen und Daten müssen mittels "max control" ausgewertet und dargestellt werden. Ziel ist es, eine moderne Elektro-Infrastruktur mit bestmöglicher Verfügbarkeit aufzubauen. Automatisierte Programmroutinen überwachen und regeln 15.000 Kilowatt an regenerativen Erzeugern, die an das eigene Werksnetz angeschlossen sind. Demgegenüber steht eine Bezugsleistung von derzeit rund 5.600 Kilowatt am Hauptsitz in Sengenthal. Durch die Visualisierung aller Energieflüsse und Betriebszustände können Fehler umgehend erkannt und behoben werden. Die redundante Kommunikations- und Serverarchitektur sorgt dafür, dass selbst bei einem kompletten Ausfall die Daten über Smartphones dem Bereitschaftspersonal zur Verfügung stehen. Eine gezielte und schnelle Fehlerdiagnose und -beseitigung wird dadurch sichergestellt.

 

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Projektentwicklung Elektrotechnik – Schnittstelle zwischen Erzeuger und Netzbetreiber

Keine Windparkanbindung an das öffentliche Stromnetz gleicht der anderen. Jedes Projekt hat seine eigenen Herausforderungen. Ob es sich um den Anschluss einer einzelnen Windenergieanlage an ein leistungsschwaches Ortsnetz oder um die Anbindung eines großen Windparks an ein Hochspannungsnetz mit eigenem Umspannwerk handelt – alle notwendigen Schritte werden von Andreas Hirscheider und Henning Elsbernd geplant, organisiert, koordiniert und ausgeführt. Um die oft sehr unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche der Windenergieerzeuger und der Netzbetreiber zusammenzubringen, müssen sie in beiden Welten zu Hause sein und die Beweggründe beider Parteien verstehen und umsetzen. Es sind oft große Anstrengungen nötig, um die wirtschaftlichste und technisch sinnvollste Lösung für alle Seiten zu ermöglichen. Aufgrund ihrer Erfahrung in den Bereichen Energie-, Schutz- und Kommunikationstechnik sowie in der Projektabwicklung bringen Andreas Hirscheider und Henning Elsbernd die Windkraftanlagen termin- und kostengerecht für die Kunden unserer Firmengruppe ans Netz. Und nicht nur das. Auf dem Tagesprogramm stehen auch die Überprüfung und Abarbeitung von Mängeln an den Windrädern sowie deren Kontrolle. Dazu müssen beide in jeden einzelnen Winkel der Anlagen.

 

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Technische Betriebsführung – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag

Der Anspruch von Stefan Würth und Roland Fürst ist die bestmögliche Betreuung der ihnen anvertrauten Anlagen. Dazu wurde in der Elektrotechnik Wind eine Software entwickelt, die den vielfältigen Anforderungen der technischen Betriebsführung gerecht wird. Eine flexible, herstellerunabhängige Datenerfassung und Visualisierung jeder einzelnen Anlage bildet die Basis für die Überwachung. Eine Windkraftanlage ist ein komplexes Kraftwerk mit sehr hohen Anforderungen an Technik und Sicherheit. Hier ist keinerlei Spielraum für Informationslücken. Aus diesem Grund ist ein Vorgangs- und Ticketsystem in das System integriert. Alle bearbeiteten Vorgänge werden in der elektronischen Lebenslaufakte der jeweiligen Windkraftanlage hinterlegt. Dies gewährleistet eine lückenlose Erfassung aller Abläufe und Tätigkeiten über die gesamte Lebensdauer der Windturbine. Ein Dokumenten-Management-System, selbstständig arbeitende Überwachungsroutinen und ein automatisierter Anlagenbericht runden das System ab. Damit sorgen beide für 100 Prozent Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Abläufe. Aktuell überwachen Stefan Würth und Roland Fürst mit ihrem System Windenergieanlagen mit über 67 Megawatt Leistung und Photovoltaik- anlagen mit 3,7 Megawatt Leistung. Zusammen erzeugen diese Anlagen rund 200 Millionen Kilowattstunden jährlich an elektrischer Energie. Damit können etwa 50.000 Vier-Personen-Haushalte pro Jahr versorgt werden.