Generalsanierung des Alzkanals

13.10.2017

Fit für weitere 100 Jahre.

Ohne ihn gäbe es weder die Wacker Chemie AG in Burghausen noch sonst eine Industrie im heutigen bayerischen Chemiedreieck östlich von München. Doch seit seiner Fertigstellung im Jahr 1922 ist der Alzkanal, die Lebensader des Landkreises Altötting, in die Jahre gekommen.

Generalsanierung des Alzkanals

 

Die erste Generalsanierung nach knapp 100 Jahren Betrieb hatte deshalb für Wacker höchste Priorität – und stellte die Beteiligten des Großprojektes vor gewaltige Herausforderungen.

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In den Jahren 1915 bis 1922 erbaut, versorgt der Alzkanal bis heute das Stammwerk des weltweit agierenden Chemiekonzerns mit Strom, stellt die Notstromversorgung sicher und liefert Kühlwasser. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wurde das Gerinne des Kanals auf 16,7 Kilometer Länge aufwendig in mehreren Teilabschnitten erneuert und die bauliche Substanz von elf Bauwerken und zwei Stollen saniert. Über 400 Facharbeiter und zahlreiche Spezialgeräte waren für die Bewältigung der anspruchsvollen Infrastrukturmaßnahme im Dauereinsatz. Im Zuge der Ertüchtigung von 1,8 Kilometer Gerinne, 0,9 Kilometer Stollen und drei Kanalbauwerken in den Losen 8–13 beauftragte der Bauherr Wacker in Arbeitsgemeinschaft die Sanierungsspezialisten von Max Bögl.

Instandsetzung mit modernsten Techniken

Nach vorbereitenden Maßnahmen im Vorfeld konnte der Abstau des Kanals planmäßig innerhalb von drei Tagen erfolgen, sodass Ende August 2016 die "Baufreiheit" innerhalb des Gerinnes gegeben war. Im nun völlig entleerten Kanal wurden dann über die gesamte Streckenlänge hinweg rund 40.000 Quadratmeter Betonfläche mittels Hochdruckspülwagen gereinigt. Nach der anschließenden Bestands- und Schadensaufnahme, teilweise unter Einsatz modernster Laserscanning-Technik, konnte mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Dazu wurden die in die Jahre gekommenen Fugen auf einer Gesamtlänge von rund 5.000 Metern instand gesetzt und mit einem neuen Verguss versiegelt. Lokale Schäden am Trapezgerinne wurden nach Erfordernis behoben.

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Im Bereich der Bauwerke mussten ebenfalls die alte Beschichtung und der geschädigte Beton mittels Hochdruckwasserstrahlen oder spezieller Anbaufräsen abgetragen werden. Anschließend wurden diese Flächen mit Spritzbeton/-mörtel wieder reprofiliert und mit einer neuen Beschichtung versehen. Neben der flächigen Instandsetzung war noch eine Vielzahl von Rissen, Fehlstellen und Fugen zu bearbeiten. Bis zu 140 Facharbeiter, untergebracht im eigens für das Bauvorhaben aufgebauten Wohnlager, waren in Spitzenzeiten 24 Stunden an sieben Tagen die Woche im Mehrschichtbetrieb beschäftigt. Die Kernmaßnahmen konnten fristgerecht nach nur sieben Wochen Bauzeit abgeschlossen werden.

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Hohlraumhinterfüllung mit Niederdruckinjektion

Im Zuge der 20. Abstellung in der Geschichte des Kanals mussten auch zwei Stollen mit jeweils 206 und 688 Meter Länge nahe Burgkirchen saniert werden. Beide Tunnel wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in belgischer Bauweise errichtet. Doch über die Jahrzehnte hinweg begannen Teile der im Berg verbliebenen Holzschalung hinter der Tunnelwand zu verrotten. Es entstanden zahlreiche Hohlräume, die nun zu verfüllen waren. Dazu wurden die Schadstellen mit einem Georadar lokalisiert und dort entsprechende Bohrungen gesetzt. In die rund 5.000 Bohrlöcher wurde dann mittels Niederdruckinjektionsverfahren eine Zementsuspension gepresst und die Hohlräume wurden somit dauerhaft verfüllt. In Summe waren in beiden Stollen knapp 1,6 Millionen Liter Zement-Bentonit-Suspension mit mehreren parallel laufenden Injektionspumpen einzubringen.

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