Mobilität ist in hoch industrialisierten Gesellschaften wie Deutschland von entscheidender Bedeutung für eine funktionierende Wirtschaft. Seit einigen Jahren schickt sich der Personenschienenverkehr an, auf Hochgeschwindigkeitsstrecken gegen den Individual- und Luftverkehr verloren gegangene Marktanteile zurückzuerobern. Hochgeschwindigkeitszüge stehen auf der Prioritätenliste der Bahngesellschaften ganz oben. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich der europäische Hochgeschwindigkeitsverkehr verdreifacht. Hierzu werden für die Königsklasse im Bahnverkehr nach Schätzungen bis 2020 rund 10.000 Kilometer Schienenwege in ganz Europa neu gebaut. Generationswechsel im Gleisoberbau Der traditionelle Schotteroberbau, wie er seit 150 Jahren nahezu unverändert hergestellt wird, erreicht aufgrund der starken dynamischen Beanspruchung bei hohen Geschwindigkeiten die Grenzen seiner Belastbarkeit. Veränderungen der Gleislage bis hin zur Zerstörung des Gleisschotters haben immer häufiger werdende Wartungs- und Ausbesserungsarbeiten zur Folge und treiben die Kosten für die Instandhaltung in die Höhe. Gleichzeitig nehmen die Verfügbarkeit der Strecken sowie der Fahrkomfort ab. Die Verkehrs- und Forschungsministerien hatten bereits Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre Studien für den Hochleistungsschnellverkehr beauftragt. Es galt, das schwächste Glied des Oberbaus – den Schotter – durch alternative geeignetere Komponenten zu ersetzen. Erste Systeme mit auf Beton- oder Asphalttragschichten aufgelagerten Schwellen oder auch in Beton eingegossenen Schwellen wurden von der Bahn und der Bauindustrie entwickelt. Im Gegensatz zu dem im Schotter "schwimmend" gelagerten Gleisrost sind bei diesen neuen Baumethoden die Schwellen fest aufgelagert oder monolithisch eingegossen. Ebenfalls erprobt wurden Betontragplatten mit Einzelstützpunkten ohne Schwellen. All diese Bauarten werden in der Fachterminologie mit Feste Fahrbahn bezeichnet. Nach Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahre 1994 hat man die Erfordernis technischer Grundregeln erkannt. Im Rahmen dieser Bemühungen wurden Anforderungen für die Entwicklung einer Festen Fahrbahn in dem so genannten "Anforderungskatalog zum Bau der Festen Fahrbahn", kurz AKFF, zusammengefasst und dokumentiert. Den AKFF gibt es inzwischen in der vierten Auflage. mehr... |